Wie beeinflusst die Berufserfahrung meine Karriere?

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Sobald man eine Bewerbung erstellt, steht man häufig vor der Fragestellung, was überhaupt unter Berufserfahrung zu erwähnen ist.

Das führt bei vielen Young Professionells zu Unsicherheit und macht den nächsten Schritt in der Karriere nicht leichter.

Die Berufserfahrung beeinflusst aber maßgeblich die Bewerbung und im öffentlichen Dienst kann sie sogar Einfluss auf das Gehalt haben!


Die Berufserfahrung als Qualifikation angeben.


Häufig liest man in Stellenausschreibungen von einem gewissen Mindestmaß an Berufserfahrung. Diese nimmt, wie erwähnt, direkten Einfluss auf den Erfolg der Bewerbung und das tarifgebundene Gehalt im öffentlichen Dienst.


Es lässt sich festhalten, dass alle Tätigkeiten, in denen praktische Erfahrung gesammelt werden konnte als Berufserfahrung deklariert wird. Die Berufserfahrung kann für Personen auf unterschiedlichsten Wegen erlangt werden. Das zu erwähnende Arbeitsverhältnis ist für Unternehmen aus der Wirtschaft weniger relevant zu lesen, wie für Institutionen im öffentlichen Dienst.


Hier eine Auflistung für dich mit Möglichkeiten, wie man Berufserfahrung sammeln kann:

  • Werkstudentenstelle
  • Projektarbeiten
  • Praktika
  • Vollzeit- und Teilzeitjobs
  • Minijobs
  • Schüler- und Ferienjobs
  • Praxissemester 


Man hat aber nicht alle Tätigkeiten aufzulisten. Man hat sich auf diejenigen zu konzentrieren, die in Korrelation mit der beworbenen Stelle stehen. Alternativ kann man noch die fachfremden Tätigkeiten aufführen, die größere Lücken im Lebenslauf vermeiden.


Es gibt verschiedene Niveaus der Berufserfahrung!


In den Stellenausschreibung liest man immer wieder Angaben wie „einschlägige Erfahrung unabdingbar“, „erste Erfahrungen wünschenswert“, „mehrjährige Berufserfahrung vorausgesetzt“ oder „fundierte Kenntnisse notwendig“. Aber was versteht man darunter überhaupt?


Einschlägige Erfahrung

Sollte das Unternehmen „einschlägige Berufserfahrung“ voraussetzen, so sollten die praktischen Kenntnisse des Bewerbers aus genau dem Bereich stammen, der besetzt werden soll. Hier erhofft und erwartet sich der Arbeitgeber detailliertes Fachwissen und spezifische Kontakte. 

Das Pendant hierzu ist die allgemeine Berufserfahrung. Diese hat man nicht im beworbenen Gebiet zu sammeln. 


Erste Berufserfahrung wünschenswert 

Hierunter versteht man die meisten beruflichen Tätigkeiten außerhalb des Studiums. Im Best Case sind das mehrmonatige Praktika oder Studentenjobs. In dieser Zeit erlangt man im besten Fall relevante Kenntnisse und Fähigkeiten für die ausgeschriebene Stelle.

Selbst wenn die ausgeübte Tätigkeit nicht im Zusammenhang mit der zu besetzenden Stelle steht kann man Sie im Lebenslauf angeben. Somit versichert man dem Unternehmen, dass man einen strukturierten Arbeitsalltag kennt und belastbar ist. 

Häufig ist es aber sinnvoller solche Tätigkeiten als Praxiserfahrung in einem separaten Punkt aufzuführen, statt sie als Berufserfahrung zu deklarieren.


Falls man einer ehrenamtlichen Tätigkeit nachgegangen ist kann man diese unter „sozialem Engagement“ angeben. Beispielsweise als Fußballtrainer oder Leiter einer Pfadfindergruppe.


Falls man als Bewerber über sehr viele berufliche Qualifikationen verfügt, sollte man sich auf die konzentrieren, die wichtig sind für die Stellenausschreibung. Hat man bis dato aber nur wenig praktische Erfahrung sammeln können ist es lohnenswert auch kleinere Nebenjobs aufzuführen um so die Soft Skills, Teamfähigkeit und das Organisationstalent zu betonen.


Mehrjährige Berufserfahrung

Man sollte zunächst wissen, dass es nicht zwingend notwendig ist alle Anforderungen der Ausschreibung erfüllen zu müssen. Ein Richtwert, auf den sich viele Personalabteilungen berufen ist siebzig Prozent. Auf jeden Fall sollen aber die zentralen Anforderungen erfüllt werden. Eins dieser Kriterien ist die mehrjährige Berufserfahrung. Unter dem Begriff „mehrjährig“ verstehen die Arbeitgeber oft drei bis fünf Jahre. Dieser Zeitraum ist auch bei dem Begriff „umfassend“ anzusetzen. 

Liest man in der Stellenausschreibung von „langjähriger Berufserfahrung“ so setzt der potenzielle Arbeitgeber häufig sogar mehr als drei bis fünf Jahre voraus.

Für Berufseinsteiger sind die Stellenausschreibungen mit mehrjähriger Berufserfahrung oft nicht zu empfehlen, da hier Personal- und Budgetverantwortung übertragen wird und man sich zum Berufseinstieg oft auf andere Stellen konzentrieren sollte.


Fundierte Berufserfahrung

Taucht in einem Jobangebot dieser Begriff auf, so ist das gleichzusetzen mit mehrjähriger und umfassender beruflichen Erfahrung. Somit zählen Praktika nicht als fundierte Berufserfahrung. 

Von Seiten des Arbeitgebers sind fundierte Kenntnisse oft eine notwendige Bedingung für die Besetzung der ausgeschriebenen Stelle. Somit ist es oft schwer für Berufseinsteiger in die Karriere mit so einer Stelle zu starten. Als Quereinsteiger sind die Möglichkeiten schon besser. Hier kommt es aber darauf an, welche weiteren Qualifikationen man vorweisen kann und wie spezifisch die Fachkenntnisse sind.


Ist eine Ausbildung überhaupt Berufserfahrung?

Mit einer Ausbildung erlangt man auf jeden Fall praktische Erfahrung. Erst Recht in einem dualen System. Dank einer Berufsausbildung hat man bewiesen, dass man über Kompetenz verfügt, welche man auch in einem akademischen Arbeitsfeld einbringen kann. Durch die Ausbildung kann man in der Bewerbung Themen wie Belastbarkeit, Flexibilität und Teamfähigkeit stark in den Vordergrund rücken. 


Kann man ein Praktikum als Berufserfahrung angeben?

Falls man ein Praktikum angeben möchte, so sollte man in der Bewerbung herausarbeiten, was man alles gelernt und geleistet hat. Außerdem ist es lohnenswert direkte Anknüpfungspunkte zur Stellenausschreibung herzustellen. Abgewiesen von der fachlichen Expertise beweist man durch ein Praktikum diverse Soft-Skills. Somit erfüllt man die Kriterien der „ersten Berufserfahrung“.


Erlangt man als Werkstudent Berufserfahrung?

Ein Job als Werkstudent sollte man auf jeden Fall als berufliche Erfahrung im Lebenslauf einarbeiten. Je nach Umfang der Tätigkeit kann man sie zum Beispiel als fundiert, mehrjährig oder einschlägig angeben.

Letzteres wenn die Aufgaben des Arbeitsalltags im geforderten Fachbereich angesiedelt waren. Hier lohnt es sich sie konkret anzugeben. Gerne kann man auch die Anzahl der Wochenstunden mit aufführen.


Ist die Promotion auch Berufserfahrung?

Die Promotion ist einzuordnen zwischen einer Zusatzqualifikation und mehrjähriger einschlägiger Berufserfahrung. Die Promotion gilt erst als einschlägig, fundiert und mehrjährig, wenn man intensiv auf dem Fachgebiet der beworbenen Stelle gearbeitet hat.

War man aber während der Promotionsphase nicht an einem Lehrstuhl oder in der Industrie angestellt, so gilt die Promotion bei der Bewerbung in einem anderen Bereich nicht als einschlägige Berufserfahrung. Trotzdem vermittelt man dem Arbeitgeber, dass man über wertvolle Kompetenzen verfügt.


Wie ist das nun mit dem öffentlichen Dienst?

Die anerkannte berufliche Erfahrung nimmt Einfluss auf das tarifliche Gehalt im öffentlichen Dienst. Dank der beruflichen Erfahrung kann man somit Einfluss nehmen auf die Entgeltgruppen und die Erfahrungsstufen nehmen. Hier gilt das Prinzip: Wer länger und ohne Unterbrechung dabei ist verdient auch mehr. 

Der Tarifvertrag setzt dem Arbeitgeber zwar einen Rahmen aber in diesem kann er sich noch bewegen. Man hat aber in Bezug auf das Gehalt einschlägige Berufserfahrung von förderlichen Zeiten zu unterscheiden.


 

Gender Erklärung:


Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in diesem Blogbeitrag die Sprachform des generischen Maskulinums angewendet. Es wird an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die ausschließliche Verwendung der männlichen Form geschlechtsunabhängig verstanden werden soll.